

Die in Berlin lebende Diplomdesignerin Christine Rabus widmet sich seit 2006 erneut intensiv der Fotografie. Ihre Aufnahmen – zumeist Stillleben, vorgefunden im städtischen Raum oder kleine arrangierte, scheinbar unscheinbar daherkommende aus dem häuslichen Umfeld – atmen Ruhe, lassen sich auf Situationen, Momente des städtischen Alltags ein, ohne diesen gewollt eine bestimmte Absicht zuzuordnen. Das Herausheben des mit dem Auge Wahrgenommenen durch den Kamerablick, der gewählte Ausschnitt ermöglichen ihr gleichzeitig, das Gesehene durch bewußtes Eingrenzen oder ungewohnte Perspektiven neu zu situieren, sichtbar zu machen. So geht sie unaufgeregt und spielerisch den gewohnten Sehweisen auf den Grund, läßt - teils mit 'zwinkerndem Auge' – den Betrachter neue Bezüge entdecken, Kleinodien des Alltäglichen wahr - oder einfach das So-Sein der Dinge gelassen aufnehmen.
Wo ich gehe und stehe, oder in der S-Bahn sitze, sehe ich Stillleben, immer und überall, flächendeckend. Farb-Form-Gebilde - kontrastierend, gegensätzlich oder gleichförmig, ähnlich, aufgereiht, struktural - drängen sich in die Fläche, schieben sich in die eine Ebene vor meinen Augen, treten (dort) in Verbindung, stellen unweigerlich Bezüge her, verschmelzen zu noch nicht gelesenen Zeichen genauso wie zu allzu-oft-und-immer-schon gelesenen Zeichen. Möglicherweise schauen Kinder so „ungetrennt“.
Das Vertraute, das Alte in ewigem Tanz mit dem gerade Geborenen, Frischen. Der Abschied, der Zerfall im Spiel mit dem Jungen, dem vor Kraft Strotzenden. Laut und Leise. Tao.
© Agneta v. Hirschhausen, Berlin 2009
© Fotografie: Matthias Thelen